Mein Therapieverlauf

Begonnen habe ich im März 2011 mit meinen Therapien. Die entsprechenden Rezepte wurden von der Uniklinik Ulm ausgestellt. Hier fühlte ich mich gut aufgehoben und fand immer ein offenes Ohr, wenn ich mal wieder etwas auf dem Herzen hatte, was die ALS betroffen hat.Zu Beginn bin ich unregelmäßig bei den Therapien gewesen, da ich zu diesem Zeitpunkt noch arbeitete und es mir körperlich, nach meinem persönlichen Befinden,  gut gegangen ist. Bedingt durch meine Stürze im April und Mai 2011, bei denen ich mich nicht mehr mit meinen Armen abfangen konnte, hielt ich es für ratsam, regelmäßig die Therapien wahrzunehmen. Gleichzeitig beantragte ich eine stationäre Reha. Diese wurde genehmigt. Mein Aufenthalt dauerte fünf Wochen.Krankengymnastik für die oberen und unteren Extremitäten, sprich Armen, Händen  und Beinen, Logopädie, Erhalt der Atemmuskulatur und geistiges Training waren die Inhalte meines Rehaplans. Ich muss sagen, während dieser Wochen verschlechterte sich mein allgemeiner Zustand nicht und ich fühlte mich sehr wohl. Mitte Oktober, wieder zu Hause, habe ich mir sofort feste Termine für die Rehamaßnahmen geben lassen, schließlich sollte mein Körper weiterhin Gutes bekommen. Um die Sturzgefahr zu lindern, habe ich einen Gehwagen erhalten. Jedoch bemerkte ich in den kommenden Monaten, wie sich meine Arme und Hände schleichend verschlechterten. Die Beine hingegen blieben fast unverändert gut. Ab Mitte des Jahres bin ich sicherheitshalber vom Gehwagen auf den Rollstuhl umgestiegen. Auch meine Sprache ist undeutlicher geworden und die Einschränkungen der oberen Extremitäten haben zugenommen. Diese Veränderungen wirkten sich auf meine Therapien aus. So wurde vermehrt auf die Beweglichkeit meiner Arme und Beine geachtet. Die Übungen erfolgten in Art und Weise dem geänderten Krankheitsverlauf, um eine Überanstrengung der Muskulatur zu vermeiden. Die Logopädie wurde ebenfalls umgestellt. Ich musste mehr Sprachübungen absolvieren und die entsprechende Atmung wurde trainiert. Zu erwähnen ist die Beanspruchung der Gesichtsmuskulatur. Hier müssen Muskeln aktiviert werden, die einem bis dato nicht aufgefallen oder bekannt gewesen sind. Erstaunlich, wo diese Muskeln überall sitzen. Nicht zu vergessen ist die Atmung. Ich bin überrascht gewesen, wieviel Übungen und  Hilfsmittel mein Therapeut auf Lager hat. Druckmassage, Heißrolle und Röhrchen, um nur ein paar zu nennen. Persönliches Ziel meiner Anwendungen ist es, die vorhandene Muskulatur möglichst lange in Schuss zu halten, da ich mich sehr wohl fühle nach absolvierten Therapien. Jedoch kann ich nicht für andere ALS Patienten sprechen, wie diese Personen auf die Übungen reagieren.Bis über den heutigen Tag hinaus hoffe ich darauf, meine Therapien noch möglichst lange wahrnehmen zu können. Habe ein tolles Therapeutenteam.An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich für die bisherige und kommende Zeit bei Euch bedanken. Ihr leistet hervorragende Arbeit. Vielen Dank an Anke, Julia, Martina, Natascha und Stefan.